Land überfordert Kitas und Kommunen

On 8. Mai 2018

Das Land Niedersachsen dreht die Belastungen für Kitas und Kommunen immer höher. Trotz Erziehermangels und unbeeindruckt von der deutlichen Kritik der Kommunen besteht die Landesregierung darauf, dass künftig Erzieherinnen und Erzieher die vorschulische Sprachförderung übernehmen – ab dem 1. August werden die entsprechenden Förderstunden an an die Kindertagesstätten vergeben und nicht mehr an die Grundschulen.

Kompensieren will das Land diese Belastungen – natürlich – mit Steuergeldern. Nur: was bringt es, Geld auszuloben für die Kitas, wenn dort das notwendige Personal schlichtweg nicht vorhanden ist? Die Landesregierung will mit dem Kopf durch die Wand und beweist hier erneut ihren Hang zur Realitätsverweigerung. Einen Aufschub, wie vom  Niedersächsischen Städtetag gewünscht, will Neu-Kultusminister Grant Hendrik Tonne nicht zulassen. Dabei sind sich die Kommunen einig: Dieses Vorhaben kommt zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt. Denn ab dem 1. August greift die vom Land mit viel Tamtam verkündete Beitragsfreiheit für Kitas, dazu wird das Einschulungsalter künftig flexibler gehalten. Die Kindertagesstätten stehen also auch ohne die vorschulische Sprachförderung vor schwierigen Zeiten.

Es ist offensichtlich, dass der Kultusminister mit der einseitigen Entlastung der Grundschulen zulasten der Kitas lediglich auf die Statistik zur Unterrichtsversorgung schielt. Hier will er glänzen, um jeden Preis, notfalls auf Kosten der Betreuungsqualität in den Kitas. Diese Art der Politik ist weder vorausschauend noch belastbar oder nachhaltig. Deshalb fordere ich den Kultusminister auf, hier endlich die Realitäten zu sehen und sich daran zu orientieren – und nicht an seinen Wunschträumen.

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