Chance für ein Flüssiggas-Terminal nicht wieder verpassen

On 19. April 2018

Alternative Treibstoffe wie das emissionsarme Flüssiggas LNG werden künftig eine zunehmend wichtigere Rolle bei den Bemühungen spielen, die Ziele des Klimaschutzes zu erreichen. Dies betrifft auch die Schifffahrt.

Auch der Maritime Koordinator der Bundesregierung, Norbert Brackmann, betonte jetzt: „Im Koalitionsvertrag hat die Bundesregierung den Ausbau der Initiativen zugunsten alternativer Kraftstoffe in der Schifffahrt zugesagt. Wir wollen Deutschland zu einem Standort für LNG-Infrastruktur machen.” In Berlin hat man also erkannt, dass an Greenshipping kein Weg vorbei geht, zumal der Umweltausschuss der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation IMO vor nicht einmal einer Woche eine Strategie beschlossen hat, deren entscheidender Faktor für eine Reduzierung der CO2-Emissionen bis zum Jahr 2050 eben diese Flüsiggas-Antriebstechnologie ist.

Im Moment sind zwei Standorte für ein deutsches LNG-Terminal im Gespräch: Brunsbüttel in Schleswig-Holstein und Wilhelmshaven. Doch während die Planungen in Brunsbüttel Fahrt aufnehmen – eine jüngst gegründete GmbH gab das Ziel aus, das zu errichtende Terminal bis 2022 fertiggestellt zu haben – bleibt es in Niedersachsen wieder einmal viel zu ruhig. Die Niedersächsische Landesregierung lässt hier ein zielgerichtetes politisches Arbeiten erneut vermissen. Zwar gebe es längst entsprechende Pläne für Wilhelmshaven, heißt es aus Hannover, aber man warte noch auf Investoren. Überregionale Gasversorgungsunternehmen müssten erst Interesse bekunden, bevor Niedersachsens Planungen konkreter werden könnten, heißt es in einer Antwort des Wirtschaftsministerium auf eine weitere Anfrage der FDP-Landtagsfraktion. Auch eine denkbare Kooperation mit Brunsbüttel sei derzeit kein Thema, da dort ein anderes Konzept vorliege.  Dafür gebe es “nicht dokumentierte Gespräche mit der Bundesregierung”. Was auch immer das heißen soll.

Klartext: Das Land Niedersachsen sagt zwar, dass es auf Zukunftstreibstoffe setzt, tut aber nichts dafür, diese Ankündigungen auch umzusetzen. Es bleibt wie so oft bei ausweichenden Antworten und reinen Absichtserklärungen. Während anderswo Fakten geschaffen werden, wartet Niedersachsen ab, was die Zeit bringen mag. So gestaltet man keine Politik, so verspielt man Zukunftschancen. Deshalb fordere ich die Landesregierung auf, jetzt endlich aktiv zu werden und die Planungen für ein Flüssiggas-Terminal im Bundesland zu forcieren. Nur so schafft man auch das Klima für Investitionen. Man sollte zwar keinen Wettlauf mit Schleswig-Holstein ausrufen, aber natürlich setzen die dortigen Fortschritte uns in Niedersachsen unter Druck. Je länger gewartet wird, desto unwahrscheinlicher ist es, dass Niedersachsen Heimat dieses wichtigen Greenshipping-Bausteins wird.

 

Pressebericht der ON vom 18. April 2018:

 

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