Umbau des Havariekommandos ist ein überflüssiger und gefährlicher Eingriff in funktionierende Strukturen

On 1. April 2016

Der geplante Umbau des Havariekommandos und die damit verschobenen Zuständigkeiten für die Verletztenversorgung auf See sowie die Schiffsbrandbekämpfung sollte die Emder alarmieren. Hier droht eine weitere Beeinträchtigung der hiesigen Standortfaktoren. Emden hat zuletzt doch einiges an Federn lassen müssen und kann sich keine neuerlichen Verschlechterungen der Rahmenbedingungen mehr leisten. Deswegen fordere ich dazu auf, die Signale sowohl aus wirtschaftlichen, aber auch aus ordnungspolitischen Gründen heraus sehr ernst zu nehmen.

Der Wegfall des Standortes Emden wäre ein fatales Signal für die Entwicklung des sich langsam wieder stabilisierenden Offshore-Bereichs. Dies betrifft nicht nur die Berufsfeuerwehr, sondern insbesondere spezialisierte Firmen, die sich in letzter Zeit in Emden etablieren konnten. Die erfahren nun, dass es Planungen gibt, ihre Dienste staatlicherseits zu ersetzen.

Es ist nicht nachzuvollziehen, warum der Staat sich hier überhaupt einmischt. Die bisher bestehende Organisation der Luftrettung durch mittelständische Unternehmen hat sich in seiner jetzigen Form bewährt, und es gab keine Beanstandungen. Es gibt keinerlei zwingende Gründe, dass das Aufgabenspektrum nun vom staatlichen Havariekommando übernommen werden soll. Mit welchem Argument private Anbieter massiv vom Markt verdrängt werden sollen, ist unklar. Es ist fadenscheinig, auf eine vermeintliche Kostenersparnis oder verbesserte Effektivität zu verweisen, denn beides ist nicht zu erwarten. Auf keinen Fall darf eine Umstrukturierung zu Lasten der Sicherheit gehen!

Es gilt auch zu prüfen, welche Auswirkungen dieser Einschnitt auf beispielsweise die Fährverbindung nach Borkum hätte und wie eine Schiffsbrandbekämpfung sichergestellt werden könnte. Insofern ist es wichtig, die Gespräche, die am 15.4. in Hannover geführt werden, höchst kritisch zu verfolgen. Denn es geht nicht nur um verschlechterte Rahmenbedingungen für Emden, sondern auch und zuvorderst um die Sicherheit von Schiffsbesatzungen und Passagieren.

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